Südafrika Travel Guide | 3-Tages Safari auf der Garden Route

Wer hätte es gedacht? Tatsächlich lässt sich in der Nähe von Kapstadt eine „Big Five“ Safari machen und man kann trotzdem den Rundum-Luxus einer Safari-Lodge genießen. Südafrika hat uns schlichtweg verzaubert, mit all seinen Facetten. Die Sehenswürdigkeiten sind so zahlreich und vielseitig wie die Tierwelt dieses Landes. Über mehrere Monate hinweg, angefangen im Juli letzten Jahres, habe ich unsere dreiwöchige Rundreise bis ins kleinste Detail geplant. Eine Safari war für mich als Tierliebhaber ein absolutes Muss. Gestartet haben wir in Kapstadt um danach die Südküste entlang der weltbekannten Garden Route zu erkunden.

Kurz etwas zur Garden Route: die berühmte Strecke führt euch entlang der Südküste Afrikas und ist ein absolutes Highlight für jede Rundreise im Land. Ob weiße Sandstrände, grüne Wälder, tiefe Schluchten und atemberaubende Lagunen – eine abwechslungsreichere und schönere Natur habe ich noch nie erlebt. Offiziell beginnt die 220km lange Strecke in Mossel Bay und endet im Tsitsikamma Nationalpark, jedoch ist die gesamte Strecke von Hermanus bis Port Elizabeth sehenswert. Die Garden Route lässt sich wunderbar selbst fahren und in gut einer Woche fast vollständig besichtigen. Von Kapstadt bis zum Tsitsikamma Nationalpark sind es gut 6,5h, mit ein paar Zwischenaufenthalten ist die Fahrzeit also mehr als erträglich.

Wieso eine Safari auf der Garden Route?

Da unsere Reise in Kapstadt begann und endete und uns entlang der atemberaubenden Garden Route führte, machte es für uns am meisten Sinn, die Safari direkt auf der Garden Route zu machen. Viele Touristen entscheiden sich gegen diese Variante und erweitern ihren Trip durch einen Inlandsflug in größere Nationalparks, wie beispielsweise den bekannten Krüger Park. Obwohl diese Nationalparks aufgrund ihrer Größe mehr zu bieten haben und die Wildtiere in ihrem natürlichsten Verhalten ablichten, war uns diese Variante zu umständlich und teuer. Ohne großen Aufwand gibt es zahlreiche private Wildreservate und Lodges, die von den gut ausgebauten Straßen an der Südküste bequem und schnell zu erreichen sind. Ein weiter Vorteil ist, dass die Reservate in malariafreien Gegenden liegen – eine Impfung weniger schadet schließlich auch nicht! Außerdem wollen wir oft weg von Trends und sehen uns nach eher unentdeckten Alternativen um. Diese haben wir mit der Garden Route Game Lodge gefunden.


Das Game Resort und unsere Unterkunft

Wie ihr auf meinem Instagram-Feed sehen und lesen konntet, war mir bei dieser Reise vor allem eines wichtig: Abwechslung! Und dies galt auch für unsere Unterkünfte. Von Airbnb-Apartments, kleinen Pensionen, gemütlichen Ferienwohnungen bis zu Luxus-Lodges war auf unserer Reise alles dabei. Da wir mit mit unserem Apartment in Kapstadt einen absoluten Volltreffer gemacht haben und bei vielen Unterkünften auf der Garden Route unsere Ansprüche zurückgeschraubt und somit viel Geld sparten, konnten wir bei der Safari etwas tiefer in die Geldbörse greifen.

Wir entschieden uns für die teuerste Variante, die die Garden Route Game Lodge anzubieten hat: die Honeymoon Suite mit Blick auf das Game Reservat. Die Zimmer waren stilistisch wunderschön afrikanisch eingerichtet. Mein persönliches Highlight: die freistehende Badewanne am Balkon. Unser Honeymoon Chalet war von der Hauptlodge über einen Holzweg erreichbar und ganz idyllisch etwas weiter abgeschieden als die anderen Unterkünfte, weshalb wir komplette Ruhe und Privatsphäre genossen. Der große Balkon gibt zusätzlich Blick auf das Reservat frei und wir genossen die fabelhafte Aussicht auf das Wasserloch, in dem zwei Flusspferde zu Hause sind.

Ich fand unser Resort wirklich perfekt für junge Reisende wie uns: stilistisch afrikanisch und wunderschön, unglaublich sympathisch und lebhaft. Und was mir am meisten gefallen hat, war die Authentizität der Menschen. Ich habe sofort gemerkt, dass hier nicht der Lebensstandard, wie es in vielen Luxusresorts wohlmöglich der Fall ist, sondern vielmehr die Tiere und deren Leben im Vordergrund stehen.

Mehr Bilder über unsere Safari Lodge findet ihr hier. 


Tagesablauf

Am Tag unserer Ankunft wurden wir herzlich von einem Ranger begrüßt, bekamen unser Programm für die nächsten drei Tage erklärt und genossen den heißen Nachmittag am Pool. Noch am selben Tag starteten wir um 17 Uhr in unser erstes Safari-Abenteuer. Um diese Zeit ist es noch herrlich warm draußen und wir erschienen in kurzen Hosen – diese Entscheidung haben wir spätestens dann bereut, als der Abendwind immer stärker wurde. Nach einer 2-stündigen Fahrt in den Sonnenuntergang fand der Tag bei einem Lagerfeuer seinen Ausklang, bevor es zum köstlichen Abendessen ging. Erwartet wurden wir von einem riesigen Buffet; zu meiner Freude wurden auch zahlreiche vegetarische Gerichte angeboten. Das Ambiente war ebenso herausragend wie das Essen.

Zu unserer großen Überraschung wird in den Game Lodges bereits früh morgens in den Tag gestartet. 6:00 – der Wecker klingelt. 6:45 – frischer Kaffee und Tee wird serviert. 7:00 Abfahrt in den Nationalpark. Was für mich als Morgenmuffel zunächst undenkbar schien, erwies sich als erfrischend und aufregend. Während die Sonne über dem Horizont aufgeht, kann man den Tieren beim Wachwerden zusehen. Zu dieser Zeit ist das Wetter angenehm und die Winde nicht zu stark. Das Licht ist wirklich grandios, was mein Fotografenherz natürlich höher springen ließ. Schnurstracks ging es danach zum Frühstücksbuffet und ein gemütlicher Tag begann. Zu Mittags war für Paul und mich eine Massage gebucht. Dass Spannende: der Spa Bereich befindet sich mitten im Nationalpark, ist nur mit einem Geländewagen erreichbar und am Weg dorthin konnten wir mehrmals Elefanten beobachten. Entspannt und auch etwas müde verbrachten wir den restlichen Nachmittag mit Büchern in unserer Lodge, bevor es zur Abendsafari ging.


Die Safari

In einem offenen Geländewagen in dem etwa 9 Personen und unser Ranger Platz haben ging es für uns immer morgens (7:00) und abends (17:00) auf Pirschfahrt und auf die Suche nach den so genannten Big Five. Die Chance Löwe, Gepard, Elefant, Nashorn und Büffel zu sehen ist in Südafrika wirklich gut, in einem Reservat noch größer. Private Wildreservate wie unseres sind im Verhältnis zu den großen Nationalparks in Südafrika relativ klein, betragen jedoch zwischen 10.000 und 22.000 Hektar. Je nach Größe und Austattung dürfen bestimmte Tierarten gehalten werden, damit die Wildtiere den Freiraum haben, den sie für ein glückliches Leben brauchen und artgerecht gehalten werden können.

Unsere Rangerin Robyn erklärte uns ausführlich, welche Bedingungen für die Tiere geschaffen werden müssen, um ihnen ein wunderbares Leben zu ermöglichen. Obwohl es natürlich außer Frage steht, dass ein derartes Leben niemals an eines in freier Wildbahn herankommt, bieten Reservate dieser Art ein Heim für gefährdete Tiere. Ein Beispiel hierfür sind die in einem eigenen Bereich lebenden Löwen: in einer Gruppe anderer Raubkatzen wuchsen diese früher in Gefangenschaft auf und dienten lediglich der Belustigung von irrsinnigen Menschen, die dafür bezahlen, dass sie durch einen Zaun auf die Löwen schießen können. Mit der Garden Route Game Lodge haben sie ein neues, besseres Zuhause gefunden. Die Abgrenzung von allen anderen Tieren ist deshalb wichtig, da die Tiere nie in der Wildnis gelebt haben und daher nicht gelernt haben, nur aus Hunger und Überlebenswillen zu jagen; stattdessen tun sie es zum Zeitvertreib. Würden diese Löwen also mit den anderen Tieren im Reservat leben, würden sie diese in kürzester Zeit töten.

Zu jeder Safari gehört ein bisschen Glück. manche Wildtiere schlafen in Sträuchern, ruhen auf nicht befahrbaren Wiesen oder sind ganz einfach nicht sichtbar. Unsere Rangerin Robyn gab sich unglaubliche Mühe jede unserer Fahrten so aufregend wie möglich zu gestalten. Sie nahm sich vor allem aber auch Zeit und erzählte uns spannende Anekdoten und lustige Geschichten über die all hier lebenden Tiere und deren Verhalten. Dass es keine einzige Frage gab, die sie nicht beantworten konnte, fand ich mehr als beeindruckend! Immer wieder hielten wir an, um die Tiere so nah wie möglich beobachten zu können. Vor allem den Elefanten und Giraffen sind wir derart nahe gekommen, dass ich sie mit einem Ausstrecken meines Armes berühren hätte können. Anderen Tieren gewährte man wiederum etwas Privatsphäre, wenn die Gefahr auf aggressives Verhalten bestand.

Mit „Big Five“ sind nicht jene Wildtiere Afrikas gemeint, die von der Statur her am größten sind, sondern die früher bei Jagden am schwierigsten und gefährlichsten zu jagen waren. Nicht etwa Raubkatzen sind dabei die gefährlichsten, wie man wahrscheinlich annehmen würde. An der Spitze der „Big Five“ ist der afrikanische Büffel. Danach folgen der afrikanische Elefant, das Nashorn, der Löwe und an letzter Stelle der Leopard. Hier ein kurzer Überblick über alle Tiere, die wir auf unseren Game Drives beobachten konnten:

Büffel: bei unserem Game Drive konnten wir relativ nahe an die grasende Büffelherde heranfahren. Die Tiere wirken äußerst ruhig, spazierten gemächlich umher und beachteten uns kaum. Robyn erklärte uns aber, dass die Tiere äußerst zahm wirken, geraten sie jedoch in Rage ist ihr Verhalten nicht mehr vorhersehbar. Sie stehen daher an der Spitze der Big Five.

Elefant: keine Tier haben wir so oft gesehen wie die zwei Elefanten, die es im Reservat gibt. Die beeindruckenden sanften Riesen kamen sehr nah an unseren Wagen heran und als Überraschung gab es bei unserem letzten Game Drive eine Fütterung, bei der wir den Elefanten Graspellets geben durften. Vorsichtig ist bei den männlichen Tieren geboten, die gerade in Paarungsstimmung sind. Scheinbar spielerisch können sie dank ihrer enormen Kraft sogar Fahrzeuge umwerfen.

Nashorn: meine absoluten Favoriten der Safari. Diese witzige Anmerkung hat uns Robyn zu den wunderbaren Gestalten erzählt: da das weibliche Nashorn soeben ein Kind bekommen hat und keinerlei Interesse an dem männlichen Nashorn hegt, ist dieses fürchterlich aggressiv, da es sein sexuelles Interesse an niemandem auslassen kann. Daher gilt: lieber Abstand halten! Und das Beste: das zuckersüße Nashornbaby! (Bilder gibt’s weiter unten :)) 

Löwe: zwei Mal fuhren wir in den separaten Bereich der vier dort lebenden Löwen; 1 Löwe und drei Löwinnen. Da die schönen Raubtiere 18-20h am Tag schlafen, waren sie auch bei unserem Besuch nur mäßig aktiv. Das Positive: aufgrund ihrer Zahmheit konnten wir sehr nah an die Tiere heranfahren und hatten zudem keinerlei Bedenken um unsere Sicherheit.

Gepard: die „Cheetahs“ , bestehend aus Mama und Kindern, ließen anfangs ein wenig auf sich warten. Immer wieder haben wir Skelette auf den Wiesen gefunden, bei denen Robyn die Geparden als „Jäger des Gebiets“ betitelte. Erst bei unserem dritten Game Drive haben wir die wunderschönen Katzen zu Gesicht bekommen; noch dazu während die drei Jungtiere genüsslich eine Antilope verspeisten, die sie eigenhändig erlegt hatten. 

Giraffe: auch wenn diese eleganten Tiere nicht zu den Big Five gehören, zählen sie definitiv zu meinen Favoriten. Als würden sie unseren Geländewagen beschnuppern wollen, näherten sich die Giraffen derart nahe an, dass ich mit meinem Kopf etwas zurück weichen musste – ein absolutes Erlebnis!

was uns ansonsten noch über den Weg gelaufen ist: Zebras, Strauße und mehrere Antilopenarten. 


Die Kosten

Immer wieder habe ich von Safariangeboten gelesen, die für junge Berufstätige wie mich unleistbar sind. Das von uns gewählte „Love Safari“-Package kostete für 2 Nächte insgesamt 1000€, also pro Person 500€. Inkludiert waren die Lodge, ein fabelhaftes Frühstücksbuffet sowie das Abendessen, 4 Safaris zu je 2h inklusive Snacks und Getränken zwischendurch, eine 30-minütige Massage und Zugang zum Gemeinschaftspool. Ich würde unser Game Resort in der Mittelklasse einordnen, da es auch für kleineres Budget viele Angebote gab. Sehr zu empfehlen sind zum Beispiel auch die kleinen Chalets mit Balkon für 230€/Person für zwei Nächte. Normale Standardzimmer gibt es bereits ab 180€/Person für zwei Nächte. Bei allen Preisen sind pro Tag zwei Safaris und die Verpflegung inkludiert. Außerdem muss angemerkt werden, dass diese Zimmerpreise keinesfalls mit normalen Hotelzimmern verglichen werden können. Eine Safari ist ein unvergessliches Abenteuer – und wenn euer Geld im Urlaub richtig aufgehoben ist, dann hier. Achtet also nicht nur darauf, schöne Unterkünfte zu haben sondern informiert euch auch über Reservate denen artgerechte Haltung wichtig ist 🙂 


Gut zu wissen

Wie sieht ein typischer Tag auf Safari aus? Ein typischer Tag besteht aus zwei Aktivitäten, einem Game Drive am Vormittag und einem am Nachmittag/frühen Abend. Dazwischen kann man sich bei einer langen Siesta ausruhen. Nach jeder Safari geht es direkt zum Frühstück und Abendessen. 

Ist eine Safari gefährlich? Natürlich muss man sich stets bewusst sein, dass sich die Unterkünfte in unberührter Natur und mitten im Lebensraum von Wildtieren befinden. Unsere Unterkunft lag in etwa 3 Meter über dem Boden, weshalb wir uns sehr sicher fühlten. Auch während der Safari braucht man keine Bedenken haben, da die gut ausgebildeten Ranger die Tiere und deren Verhalten kennen und bei Gefahr auf aggressives Verhalten ohnehin Abstand halten. Zudem sind die Wildtiere Safarifahrzeuge gewohnt – man muss sich vorstellen, dass die meisten dort lebenden Tiere mehrmals pro Tag einen Geländewagen an sich vorbeifahren sehen. Von daher sind sie an dessen Geruch und Geräusch gewohnt und stufen es nicht als ungewohnte Gefahr ein.

Was muss ich anziehen?  Obwohl südafrikanische Sommer (wir waren im März dort, was dort als Spätsommer gilt) ja sehr warm sind, kann die morgendliche Luft im Reservat doch sehr frisch sein. Obwohl man durch das Dach des Geländewagens vom Wind geschützt ist, würde ich während des Game Drives eine lange Hose anziehen und eine Jacke einpacken. Gemütlichkeit sollte hier stets vorgehen, ansonsten lässt sich die Fahrt nicht genießen. Auch einen Sonnenhut oder eine Kappe kann ich euch sehr ans Herzen legen, da diese gut vor Wind schützen. Untertags braucht ihr nicht mehr als Badesachen und ein Sommerkleid. Für Abendessen und Frühstück empfehle ich euch je nach Art der Unterkunft legere bis schönere Kleidung.

Welche Kameraausrüstung brauche ich? Leider kann man die Tiere nicht immer hautnah erleben und möchte trotzdem ein gutes Foto mit nach Hause nehmen. Daher würde ich ein Objektiv mit mindestens 300mm für eine Safari empfehlen.

  



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